Mittwoch, 31. Oktober 2012

Stress, unser täglicher Begleiter! Was können wir dagegen tun?

In den letzten beiden Beiträgen zu Stress bin ich darauf eingegangen, wie Stress eigentlich entsteht und was häufige Stressfaktoren sind. Doch, was können wir nun dagegen unternehmen? Wie können wir dafür sorgen, dass wir weniger stressanfällig sind?

Zum einen sind wir stressanfälliger, wenn wir innerlich unzufrieden und angespannt sind. Zum anderen werden wir gestresst, wenn etwas passiert, dass gegen unsere inneren Überzeugungen ist (den ausführlichen Artikel findet Ihr hier http://www.bit.ly/Stress_Teil2).

Daher ist es wichtig, dass wir uns gut um uns selbst kümmern und unsere Bedürfnisse erfüllen. Wenn wir gut für uns sorgen, fühlen wir uns ausgeglichener, entspannter und sind zufriedener. Dann können wir auch mit Stress von Außen besser umgehen.

Oft ist es allerdings so, dass wir so gut funktionieren, dass wir gar nicht mehr merken, was uns eigentlich stresst und uns Energie raubt.

1. Ist-Situation herausfinden

Um die aktuelle Ist-Situation herauszufinden eignet sich die Arbeit mit dem Energiekuchen. Hier wird sehr schön anschaulich gemacht, wie unser Energiehaushalt tatsächlich aussieht.

Die Anleitung für die Arbeit mit dem Energiekuchen findet Ihr hier http://bit.ly/SeOkn8.


2. Inneren Mustern und Überzeugungen auf „die Schliche“ kommen.

Ein wichtiger Teil um entspannter und stressfreier durchs Leben zu gehen ist, dass wir uns selbst besser kennen und verstehen lernen. Je mehr wir über unsere Innenstruktur und unsere innere Verwaltung wissen, desto empathischer können wir mit uns umgehen. Zusätzlich verlieren die inneren Muster und Überzeugungen auch an Macht, sobald sie ins Bewusstsein gelangen.

Wie kann man das nun anstellen? Tja, das ist tatsächlich nicht ganz so einfach.

Fangt an, Euch intensiv und ehrlich zu hinterfragen, warum Euch genau diese Situation jetzt so stresst oder nervt. Hinterfragt Euch so lange, bis die Antwort bei Euch liegt.

Wenn z.B. eure Antwort lautet: „Das stresst mich jetzt, weil er einfach so respektlos mit mir umgeht“, dann ist das erst mal die halbe Wahrheit. Es mag sein, dass „er“ respektlos ist, aber jemand anders würde das womöglich nicht so empfinden, oder selbst Ihr würdet das nicht so empfinden, wenn jemand anderes dieselbe Aussage gemacht hätte. Wenn Eure Antwort aber lautet: „Das stresst mich, weil ich mich dadurch von meinem Chef nicht anerkannt und wertgeschätzt fühle“, dann liegt diese Antwort bei Euch. Das ist echt und authentisch. Die dazu passende innere Überzeugung könnte lauten: „Ich muss gute Leistungen erbringen, um anerkannt und wertgeschätzt zu werden.“

Sobald Euch das bewusst ist, wird die Überzeugung schon ein Stück weit an Macht verlieren.

Zusätzlich könnt Ihr auch die Glaubenssätze bewusst „umdrehen“. Zum Beispiel den Satz „Ich muss gute Leistungen erbringen, um anerkannt und wertgeschätzt zu werden.“ in einen positiven Satz verwandeln, wie „Ich werde anerkannt und wertgeschätzt, einfach weil ich bin“. Diesen neuen, „umgedrehten“ Satz könnt Ihr dann als positive Affirmation anwenden, und Euch innerlich immer wieder vorsagen, bis der neue Satz wirkt. Das dauert in der Regel ca. 3 Wochen.

Übrigens: Wenn es etwas gibt, was Euch in 10 Sekunden von 0 auf 100 bringt, z.B. eine spezielle Aussage von eurem Partner oder einem Familienmitglied – dann steckt hier auch eine innere Überzeugung oder ein Glaubenssatz dahinter. Der Grund, warum Ihr Euch so aufregen müsst, hat meist nichts mit dem Gesagten zu tun, sondern es wurde ein wunder Punkt bei Euch getriggert.

Wer Interesse hat, mit Glaubenssätzen zu arbeiten, dem empfehle ich das Buch:
„Die Arbeit mit Glaubenssätzen“ als Schlüssel zur seelischen Weiterentwicklung von Klaus Grochowiak & Susanne Haag.

In diesem Buch geht es um die Arbeit mit Glaubenssätzen. Darin sind viele Tipps und Übungen enthalten, wie wir selbst damit arbeiten können.

Man kann durchaus selbst Einiges damit erreichen, um allerdings richtig tief mit dem Thema zu arbeiten, ist es ratsam einen Therapeuten aufzusuchen. Unsere inneren Aufpasser sind meist zu ausgeprägt und zu stark, als dass wir sie selbst vollständig bearbeiten können. Das geht mit einer neutralen, fachlich kompetenten Person einfacher und auch wesentlich schneller.

3. Empathisch mit mir umgehen

Ich erlebe bei meinen Klienten immer wieder, dass Empathie (einfühlendes Verstehen) etwas ist, was wir überwiegend im Kontakt mit unseren Mitmenschen praktizieren. Oft passiert es mir, dass Klienten auf sich wütend sind oder sich darüber ärgern, dass sie in bestimmten Situation auf eine bestimmte Weise reagieren.

Hier ein kleines Beispiel: Es ist jemand furchtbar wütend auf sich, weil er sehr unsicher ist in großen Runden zu sprechen, und es ihm schwer fällt in Besprechungen das Wort zu erheben, und seinen Standpunkt zu vertreten.

Wenn ich daraufhin frage: „Wie würdest Du reagieren, wenn Dir eine Freundin erzählt, dass sie so reagiert hat?“, bekomme ich oft die Antwort: „ Ich würde Ihr zuhören, Ihr Mut zusprechen und für sie da sein.“ „Wärst Du auf Sie sauer oder würdest Du Dich über sie ärgern?“ „Nein, natürlich nicht!“

Wenn es aber um unsere eigenen Reaktionen geht, sind wir oft wütend, sauer oder ärgern uns über uns selbst. In den seltensten Fällen gehen wir dann verständnisvoll und liebevoll mit uns um, genau das sollten wir aber tun. Manchmal hilft es, wenn wir uns in der Situation überlegen, wie würde ich reagieren, wenn mir eine Freundin oder ein Freund genau das erzählen würde, was mir gerade wiederfahren ist. Wie würde ich dann mit Ihr/ihm umgehen? Wahrscheinlich wäre das sehr viel verständnisvoller, als mein Umgang mit mir selbst. Genau so verständnisvoll und empathisch sollten wir auch mit uns umgehen.

Das Verfahrene ist, dass uns die Situation (wie z.B. oben in der Besprechung) eh schon stresst. Wenn wir dann auch noch wütend auf uns sind und uns selbst beschimpfen wird der Stresslevel noch zusätzlich höher.

Habe Verständnis und Mitgefühl für Dich selbst. Gehe liebevoll mit Dir um, anstatt Dich zu verurteilen.

4. Ausgleich schaffen

Egal ob Sport, Lesen, Kochen, Wellness...was auch immer Euch gut tut. Nehmt Euch Zeit für Euch selbst und sorgt Euch gut um Euch. Sucht Euch einen guten Ausgleich zu eurem äußeren Stress. Da wir alle so unterschiedlich sind, können hier keine allgemein gültigen Tipps gegeben werden – am besten nehmt Euch Zeit für die Dinge, die auf Eurem Energie-Geber-Kuchen stehen, die aber oft zu kurz kommen.
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