Donnerstag, 4. Dezember 2014

Sind wir nicht alle ein wenig Sheldon?

Als leichte Berieselung am Abend schau ich gerne hin und wieder die Big Bang Theory. Alle Charaktere in der Serie sind sehr ausgeprägt und individuell, doch am meisten bringt mich Sheldon zum schmunzeln. Wie er in seiner unnachahmlichen Art einfach ungefiltert drauf los redet und (seine) Wahrheiten anderen an den Kopf knallt. Und das Erstaunliche ist ja noch, dass scheinbar überhaupt keine soziale Ader in seinem Charakter fließt, da er noch nicht mal realisiert, wenn etwas unangebracht war, geschweige denn ein schlechtes Gewissen hat.

Ganz ehrlich: Ich ertappe mich manchmal bei dem Gedanken, dass ich das auch gerne mal machen würde. Einfach sagen, was ich denke, ohne Rücksicht auf Verluste, ohne an irgendwelche Konsequenzen zu denken.

An alle Big-Bang-Theory Schauer: Hand auf's Herz, geht es Euch nicht auch manchmal so?

Ich verwerfe den Gedanken zwar wieder so schnell, wie er kam, da ich letztendlich doch sozial bin und meine Mitmenschen mag. Aber dennoch, der Gedanke war kurz da.

Warum spricht uns die unsoziale, emotionslose und absolut unempathische Art eines Nerds so an? Wir wollen doch kein Nerd sein, oder?

Ich glaube, der Grund ist relativ einfach. Unsere Welt ist das genau Gegenteil von Sheldon's Welt. Bei uns geht’s darum uns anzupassen, unsere Bedürfnisse hinten anzustellen und zu funktionieren. Leistung ist das was zählt – aber auf unsere Kosten. Bei Sheldon geht es auch um Leistung, aber sein Mikrokosmos dreht sich nur um ihn. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass Sheldon sich anpassen oder verbiegen muss, was bei den meisten von uns zum normalen Alltag gehört.

Und genau deshalb fasziniert uns Sheldon: Weil er etwas auslebt, was wir maximal in der Fantasie ausleben können.

Ich würde jetzt nicht empfehlen, unsere Fantasien wahr werden zu lassen, und Sheldon's Art in die Realität umzusetzen. Letztendlich bekommen wir damit wahrscheinlich mehr Stress und Ärger, als dass es uns Spaß macht:-)

Was wir aber tun können, ist zu versuchen, unsere Anpassungsarbeit, die harte Arbeit unsere Bedürfnisse nach hinten zu stellen und zu funktionieren, auf ein Minimum zu reduzieren.

Es gibt Situationen, in denen können wir es nicht vermeiden...aber glaubt mir: Viel häufiger sind die Situationen, in denen wir uns anpassen und verbiegen, weil wir denken, dass wir es tun müssen.

Oft hat das mit der Realität nichts zu tun. Unsere Gedanken lassen uns aber glauben, dass wir dies und jenes machen müssen, weil mein Mann, meine Mutter, meine Freundin, mein Chef etc. das von mir erwartet. Das führt dazu, dass wir uns ständig anpassen und verbiegen, um es anderen Recht zu machen, obwohl die das gar nicht von uns erwarten. Klingt irrsinnig, oder? Ist aber tatsächlich ganz oft so.

Und der erste Schritt, das herauszufinden ist, offen darüber zu sprechen. Nicht automatisch den gedachten Erwartungen entsprechen, sondern bei meinem Gegenüber nachfragen, ob er/sie das tatsächlich von mir erwarten. Ihr werdet erstaunt sein, wie oft es nicht der Fall ist.

Und dann beobachtet Euch mal nach einer Weile, wenn Ihr hoffentlich Euer „Maß an Anpassung“ drastisch reduziert habt. Ihr werdet immer noch über Sheldon lachen, und vielleicht werden Euch die Gedanken noch mal kurz durch Euren Kopf schwirren – aber auch ganz schnell wieder verschwinden.

Je weniger Ihr Euch verbiegen und anpassen müsst, desto geringer wird natürlich das Bedürfnis danach unangepasst und vielleicht auch mal unbequem zu sein.

Viele Grüße, Eure Rosina

PS: Für Fragen könnt Ihr mich gerne unter mail@praxis-inventio.de kontaktieren.

Praxis Inventio, München
Rosina Geltinger, Heilpraktikerin für Psychotherapie,
Psycho-Holistikerin, psychologischer Coach

http://www.praxis-inventio.de/
http://www.facebook.com/PraxisInventio
https://www.xing.com/profile/Rosina_Geltinger
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Mittwoch, 3. Dezember 2014

Alles nur in meinem Kopf...

Ich habe ja schon einige Male darüber geschrieben, wie sehr uns unsere Gedanken beeinflussen.

Viele unserer Gedanken nehmen wir für bare Münze, obwohl sie tatsächlich nur in uns entstanden sind. Dadurch beeinflussen sie unser Handeln und Fühlen sehr stark, ohne das es tatsächlich etwas mit der Wahrheit zu tun haben muss.

Ein besonders anschauliches Beispiel ist die „Geschichte mit dem Hammer“ aus Paul Watzlawick's „Anleitung zum Unglücklichsein“. Den wichtigsten Teil der Geschichte hab ich Euch hier mal rausgeschrieben.

Die Geschichte mit dem Hammer

„Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mir den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht's mir wirklich. - Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er „Guten Tag“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“ Paul Watzlawick

Diese Geschichte ist natürlich etwas übertrieben...aber wie ein ehemaliger Vorgesetzter von mir zu sagen pflegte: „Übertreibung macht anschaulich.“

Und, erkennt ihr Euch in der Geschichte wieder? Bewusst oder unbewusst? Seid Ihr Euch schon mal ganz sicher gewesen seit, dass etwas so und so ist – wobei das nur Eure Gedanken dazu waren?

Die Gedanken sind ein sehr machtvolles Werkzeug, das leider oft zu Missverständnissen führt.

Daher empfehle ich jedem, sich intensiv mit seinen Gedankenmustern auseinanderzusetzen. Dadurch kann nicht nur vermieden werden, dass die Gedanken zu Blockaden führen, sondern sie können auch positiv genutzt werden.

Herzlichst, Eure
Rosina Geltinger

PS: Für Fragen könnt Ihr mich gerne unter mail@praxis-inventio.de kontaktieren.

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